Ein neues Format für unsere transparenten Berichte und gleich zwei neue Mitarbeiterinnen. Willkommen bei unserem ersten Open Startup Quarterly.
Was ist hier los

Herzlich willkommen zum neuen Open Startup Quarterly! Wir haben unser monatliches Format mit dem Open Startup Report für Dezember 2025 beendet, um Platz für Neues zu schaffen – weniger Berichte, dafür mehr Inhalt: Neben unseren Zahlen teilen wir neu auch Entwicklungen und Learnings und geben Einblicke hinter die Kulissen.
Das erste Quartal 2026 war für uns vom Recruiting geprägt. Zum ersten Mal haben wir in dieser Grössenordnung eine Stelle ausgeschrieben, Bewerbungen ausgewertet und viele viele Entscheidungen getroffen – wen wir einladen, wem wir absagen (müssen).
Wir haben erste, zweite und dritte Interviews geführt, einiges gelernt und nicht einen, sondern gleich zwei neue Mitarbeiterinnen eingestellt.
Gleichzeitig haben wir viel Energie in die Vorbereitung der neuen Position investiert – Luke hat hier fantastische Arbeit geleistet. Er hat einen strukturierten Onboarding-Monat mit Einführungen und Trainings vorbereitet, aber auch das erweiterte Customer Success Setup konzipiert.
Das neue Setup wird unser Tech-Team entlasten und schafft damit die Voraussetzung dafür, das wir uns stärker auf Automatisierung und Skalierung konzentrieren können.
Auch jetzt schon setzt sich das Tech-Team für die ständige Weiterentwicklung unserer Infrastruktur ein, da sich die Sicherheitsanforderungen regelmässig verändern. Aktuell arbeiten wir unter anderem an der Verbesserung unserer Massnahmen zur Bot Detection, um bösartig motivierte automatisierte Aktionen wie Websitebesuche, Formulareingaben und Emailöffnungen zuverlässiger auszufiltern, und an einem eigenen Captcha für Friendly Automate.
In diesem Bericht teilen wir wie immer unsere Finanzen, aber wir teilen auch, was wir vom Recruiting gelernt haben und was sich dabei bewährt hat.
Die Zahlen
Bisher haben wir unsere Finanzen monatlich geteilt – neu teilen wir sie in einer Quartalsübersicht, die den Geschäftsverlauf besser sichtbar macht.
Das sind unsere Zahlen fürs erste Quartal 2026:
- 🤖 Software-Umsatz: 120 085 CHF (+17 %)
- 🧠 Consulting-Umsatz: 20 134 CHF (-39 %)
- 💰 Gesamt-Umsatz: 140 219 CHF (+4 %)
- 👩🦰 Kosten Personal: - 92 799 CHF (-1 %)
- ⚙️ Kosten Produkt & Admin: - 16 564 CHF (-1 %)
- 📣 Kosten Marketing & Events: - 16 094 CHF (+30 %)
- 💛 Spenden: - 1 605 CHF (-0.3 %)
- 💸 Gesamt-Kosten: - 127 062 CHF (+2 %)
- 🏆 Gewinn: 13 157 CHF (+20 %)
- 🍰 Gewinn-Marge: 9.4 % (+16 %)
Unser wiederkehrender Umsatz mit Software-Abos stieg im ersten Quartal 2026 um schöne +17 % auf 120 085 CHF. Massgeblich dazu beigetragen hat ein neues Enterprise-Abo aus der Bundesverwaltung.
Unsere Consulting-Einnahmen fielen in diesem Quartal tiefer aus und lagen bei 20 134 CHF. Diese Entwicklung ist grundsätzlich gewollt – wir arbeiten verstärkt mit Agenturpartnern zusammen, die Beratungs- und Implementierungs-Aufgaben für uns übernehmen. Mittelfristig wollen wir MRR-profitabel werden, uns also ausschliesslich über Abo-Gebühren finanzieren. Kurzfristig sind wir aber weiterhin auf Einnahmen aus dem Consulting angewiesen.
Unser Gesamtumsatz lag damit im ersten Quartal 2026 bei 140 219 CHF.
Unser grösster Kostenpunkt sind weiterhin unsere Personalkosten, die mit 92 799 CHF gegenüber Q4 2025 leicht sanken, obwohl wir Stefans nominelles Pensum von 40 % auf 45 % erhöhen konnten. Unser Jahresziel ist es, Stefans bezahltes Pensum auf 80% zu erhöhen, damit er sich endlich einen fairen Lohn auszahlen kann.
Die Ausgaben für Produkt, Admin und Spenden blieben konstant, während wir im Marketing-Bereich höhere Kosten verbuchten. Grund dafür ist vor allem unser laufender Aufwand für die Markenverteidigung, über die wir im Dezember kurz berichtet haben. Ausserdem schreiben wir weiter die Kosten für unser Rebranding ab.
Damit betragen unsere Gesamtkosten im ersten Quartal diesen Jahres 127 062 CHF, ein Plus von nur 2 % gegenüber Q4 2025.
Am Ende des Quartals steht ein Gewinn* von 13 157 CHF mit einer Gewinnmarge von 9.4 %.
* Unser Gewinn hat die Einschränkung, dass Stefan sich für seine Arbeit bisher keinen vollen Lohn auszahlt – wie gesagt arbeiten wir daran.
Hier noch einmal alle Zahlen vom ersten Quartal 2025 bis zum ersten Quartal 2026 im Überblick:
| Q1 2025 | Q2 2025 | Q3 2025 | Q4 2025 | Q1 2026 | |
|---|---|---|---|---|---|
| MRR | 69 636 CHF | 77 249 CHF | 90 906 CHF | 102 595 CHF | 120 085 CHF |
| Consulting | 29 300 CHF | 44 789 CHF | 35 584 CHF | 32 796 CHF | 20 134 CHF |
| Gesamtumsatz | 98 936 CHF | 122 038 CHF | 126 490 CHF | 135 391 CHF | 140 219 CHF |
| Kosten Personal | - 63 887 CHF | - 73 633 CHF | - 81 944 CHF | - 93 758 CHF | - 92 799 CHF |
| Kosten Produkt & Admin | - 16 257 CHF | - 16 196 CHF | - 16 379 CHF | - 16 647 CHF | - 16 564 CHF |
| Kosten Marketing & Events | - 8 438 CHF | - 9 607 CHF | - 9 439 CHF | - 12 396 CHF | - 16 094 CHF |
| Spenden | - 1 184 CHF | - 1 166 CHF | - 2 378 CHF | - 1 609 CHF | - 1 605 CHF |
| Gesamtkosten | - 89 766 CHF | - 100 602 CHF | - 110 140 CHF | - 124 410 CHF | - 127 062 CHF |
| Gewinn | + 9 170 CHF | + 21 436 CHF | + 16 350 CHF | + 10 982 CHF | + 13 157 CHF |
| Gewinnmarge | 9.3 % | 17.6 % | 12.9 % | 8.1 % | 9.4 % |
Recruiting
Anfang Januar 2026 haben wir zum ersten Mal in der Geschichte von Friendly eine Stelle gross ausgeschrieben – auf LinkedIn, Jobs.ch, Jobscout24.ch und bei uns auf der Friendly Jobseite.
Der Erfolg hat uns selbst überrascht – uns erreichten über 100 Bewerbungen, darunter viele spannende Persönlichkeiten. In drei Auswahlrunden entschieden wir uns am Schluss, die Stelle im Jobsharing auf zwei neue Mitarbeiterinnen zu verteilen.
Unsere zwei wichtigsten Learnings aus diesem Prozess möchten wir hier teilen.
Der Wert der Freundlichkeit
Paul Englishs «Hiring Religion» war eine bedeutende Inspiration für uns – wir empfehlen die (kurze) Lektüre sehr. Basierend auf seinem Ansatz war unser erklärtes Ziel, jede Begegnung im Bewerbungsprozess mit Wertschätzung zu füllen.
Wir haben uns für jede Bewerbung bedankt und auf Nachfrage auch vorsichtig die Gründe für eine Absage erklärt (was besondere Sensibilität verlangt, wenn man nicht auf generische Floskeln ausweichen möchte).
Wir haben erste Antworten soweit es möglich war spätestens am nächsten Arbeitstag geschickt und Interviews grösstenteils innerhalb von einer Woche organisiert. Wir waren mit allen Bewerber:innen so transparent wie möglich und haben versucht, baldmöglichst eine klare Perspektive zu geben.
Wir haben die Interviews auf Augenhöhe geführt und darauf geachtet, dass sie sich nicht wie eine Prüfung anfühlen, sondern wie ein spannendes Kennenlernen.

«Ein gutes Bewerbungsgespräch ist für mich kein Verhör. Mir war wichtig, jedes Gespräch so zu führen, wie ich selbst gerne interviewt werden würde: respektvoll, ehrlich und mit gegenseitiger Neugier.»
Lukas Sigel, COO und CCO von Friendly
Wir sind stolz auf die beiden neuen Mitarbeiterinnen, die wir so für uns gewinnen konnten. Genauso stolz sind wir aber über die positiven Rückmeldungen, die wir gerade auch nach Absagen bekommen haben.

Rückmeldungen wie diese sprechen am deutlichsten für unsere Kultur der Freundlichkeit, und wir möchten weiter darauf setzen.
Struktur, aber auch Bauchgefühl

Wir sind grosse Fans von Notion – besonders wegen der Möglichkeit, extensive Datenbanken anzulegen, diese miteinander zu verknüpfen und situationsabhängige, gefilterte Ansichten zu zeigen.
Unsere Recruiting-Datenbank in Notion war ein wertvolles Instrument, um den Überblick über die wichtigsten Bewerbungen und ihren Status zu behalten.
Ursprünglich war geplant, die Kandidat:innen strukturiert zu bewerten und nach Gesamtscore zu sortieren. Das hat sich wiederum für uns nicht bewährt – wir realisierten, dass das Bauchgefühl und der Austausch im Team direkt nach den Interviews unser sicherster Berater war.
Das gerade auch deshalb, weil unsere wertschätzende Firmenkultur so zentral für uns ist, dass ein sehr starkes Augenmerk bei der Auswahl neuer Mitarbeiter:innen auf ihrem Charakter liegt.

«Fähigkeiten können wir trainieren – auf Charakter haben wir wenig Einfluss. Ich umgebe mich lieber mit Menschen mit einer hervorragenden Persönlichkeit und ausgeprägter Lernbereitschaft, als mit erfahrenen, aber menschlich schwierigen Experten.»
Stefan Vetter, Gründer und CEO von Friendly
Inzwischen haben wir das Recruiting erfolgreich abgeschlossen und unsere zwei neuen Mitarbeiterinnen arbeiten sich seit einigen Wochen bei uns ein. Wir stellen sie im nächsten Open Startup Quarterly für Q2 2026 vor, das im Juli erscheint.
Wie geht es weiter
Wir sind auf Kurs – und gespannt auf die Entwicklungen der nächsten Monate.
Eine Frage, die sich uns unterdessen wieder neu stellt, ist: Sollen wir in Zeiten von KI noch transparent sein?
Arvid Kahl, bisher grosser Verfechter der Open-Startup-Philosophie und ein Vorbild für Stefan, als er Friendly gründete, hat seit der Massenverbreitung von KI eine Kehrtwende gemacht:
«Building in public once helped me sell my company. Today, that same transparency could destroy yours.»
Arvid Kahl, The Bootstrapped Founder
Warum wir uns weiterhin für Transparenz entscheiden, auch das diskutieren wir im nächsten Open Startup Quarterly.
